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Geschichte

um 980 ... dringen Sorben in das Gebiet um den Spiegelwald vor.

um 1200 ... gründen fränkische Siedler die Dörfer Grünhain, Beierfeld und Holzinhain.

1215 ... entsteht in Grünhain eine kleine Burg (Vorwerk) zum Schutz der vorbeiführenden Salzstraße von Böhmen nach Halle.

um 1220 ... lässt Ritter Heidenreich von Grünhain im Auftrag der Burggrafen von Meißen und Wildenfels die Kirche St. Nicolaus in Grünhain und die Peter-Pauls-Kirche in Beierfeld erbauen.

1233 ... schenkt Burggraf Meinher II. von Meißen dem Kloster Grünhain 10 Dörfer, darunter auch Beierfeld.

1236 ... erfolgt nach Fertigstellung des Klosters die Weihe am Montag nach Ostern durch Bischof Engelhard von Naumburg.

1261 ... bestätigt König Ottokar II. zu Prag dem Kloster die erste Besitzung auf böhmischem Gebiet.

1267 ... wird Grünhain erstmals urkundlich als oppidum (Städtchen) erwähnt. Die Stadt erhält das Marktrecht. Die Bürger dürfen brauen, backen, schlachten und Schuhe herstellen.

1285 ... erhält Grünhain durch den Abt Dietrich ein Stadtsiegel, "so drey grüne Bäume und eine Amsel (Sittich) in sich führet".

1328 - 1330 ... wütet in Grünhain und Beierfeld die Pest. Der vorher, mit den Konversen, aus 136 Personen bestehende Klosterkonvent sei bis auf 16 Personen ausgestorben gewesen.

1339 ... werden im Klostergebiet Erzgruben urkundlich erwähnt.

1367 ... wird berichtet, dass die Stadt Grünhain abbrannte, aber schnell wieder aufgebaut wurde.

1417 ... gewährt König Sigismund auf Bitten des Abtes dem oberen Erzgebirge das Recht zollfreier Einfuhr aus Böhmen.

1429 ... fallen die Hussiten von Böhmen her verheerend ins Gebirge ein und zerstören und plündern das Kloster, erschlagen die Mönche, die nicht geflohen waren und vernichten das Klosterarchiv.

1455 ... findet der "Sächsische Prinzenraub" statt. Der Entführer Ritter Kunz von Kaufungen wird am Fürstenberg in Waschleithe von Köhlern gefangen genommen und Prinz Albrecht befreit.

1485 ... wird die "Hütte Silberhoffnung" in Beierfeld erstmalig erwähnt. Es hat einen Stollen "Weinberg (Weiberg) der silbernen Trauben" gegeben. Da die Ausbeute gut war, ließ der Herr von Schönburg eine Traube in das Gerichtssiegel setzen, welche die Grundlage des Beierfelder Wappens ist.

1515 ... legt Abt Gregor den Grund zu der am Oswaldsbach in Waschleithe gelegenen St. Oswaldskirche, deren Ruine heute als "Dudelskirche" bezeichnet wird.

1524 ... wird der Streit wegen des Bierbrauens und Schankes zwischen dem Abt, dem Städtchen Grünhain und den Dörfern Beierfeld, Raschau und Wildenau beigelegt.

1525 ... plündern aufgebrachte Bauern im Rahmen des deutschen Bauernkrieges das Kloster.

1536 ... wird das Kloster Grünhain im Zuge der Reformation aufgelöst. Die Besitzherrschaft über Beierfeld und Grünhain wird durch den Landesherren über das Amt Grünhain ausgeübt. Das Kloster wird durch einen Brand zerstört.

1546 ... wird die neue Grünhainer Stadtkirche am Markt vollendet. Im gleichen Jahr erfolgt die Plünderung Grünhains im Rahmen des Schmalkaldischen Krieges.

1566 ... erteilt der Kurfürst dem Städtchen Grünhain zum ersten Mal die Bergfreiheit.

1568 ... wütet wieder die Pest in Grünhain, Beierfeld und Waschleithe.

1586
... wird Grünhains bekanntester Sohn, der spätere Thomaskantor und Komponist Johann Hermann Schein geboren.

1591 ... werden Zinnseifner auf einem alten Talboden neben dem "Seifenbach" urkundlich erwähnt, die den Ort aschleithe gründen. Sie nennen den Platz nach einem "Abhang mit Erzwäschen" (Leithe = Berghang). Ein Pochwerk ist deshalb auf dem Ortswappen zu sehen.

1607 ... erfolgt die Erweiterung der Peter-Pauls-Kirche in Beierfeld

1618 - 1648 ... richtet der Dreißigjährige Krieg große Zerstörungen in Grünhain und Beierfeld an. Dabei wird Grünhain völlig zerstört und verarmt.

1650 ... kommt Beierfeld unter die Herrschaft der Besitzer des Gutes Sachsenfeld. Beierfeld untersteht nun der Sachsenfelder Gerichtsbarkeit.

1651 - 1659 ... wird die Grünhainer Stadtkirche nach einem Brand wieder aufgebaut.

1710 ... steht die Blechverarbeitung in Beierfeld und Grünhain in voller Blüte, wobei Beierfeld eine führende Stellung in der Löffelmacherei erreicht.

1711 ... wird die Postlinie von Annaberg nach Schneeberg eröffnet. Sie führt über Elterlein, Grünhain, Beierfeld, Sachsenfeld und Aue.

1719 ... zerstört erneut ein großer Stadtbrand in Grünhain fast alle Häuser und bringt die Stadt in große Not.

1723 ... wird in Grünhain eine Postsäule aufgestellt.

1729 ... ist Grünhain Garnisionsstadt.

1735 ... wird Christian Gotthilf Tag, der spätere Kantor, Organist und Schullehrer an der St. Christophorikirche Hohenstein-Ernstthal in Beierfeld geboren.

1741 ... herrschen während des 1. Schlesischen Krieges Hunger und Teuerung.

1757 ... zogen während des 7jährigen Krieges die Österreicher und ihre sächsischen Verbündeten plündernd durchs Land.

1770 ... kommt der Bergbau am Fürstenberg zum Erliegen. Die meisten Bergleute in Grünhain und Beierfeld verlieren ihre Existenz.

1771 - 1773 ... herrschen wieder Hungersnot und Pest in Grünhain und Beierfeld.

1778 ... liegt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt Grünhain am Boden. Der Kurfürst gestattet 1791 und 1794 eine Lotterie zugunsten der Stadtkasse Grünhain.

1792 - 1864 ... siedelt sich die bekannte Orgelbauerfamilie Steinmüller in Grünhain an.

1807 - 1812 ... brennen in der Nacht vom 5. zum 6. November in Grünhain 48 Wohnhäuser, die Schule und die neu erbaute Kirche nieder. 1810 wird die Schule und 1812 die neuerbaute Kirche geweiht.

1822 ... wird am 8. Juli das Denkmal am Fürstenberg in Waschleithe zur Erinnerung an den sächsischen Prinzenraub 1455 errichtet. 1824 wird zum letzten Mal vor mindestens 10000 Menschen das peinliche Halsgericht (Enthauptung) in Grünhain ausgeübt.

1839 - 1841 ... erfolgt der Ausbau der Straße Zwönitz-Grünhain-Schwarzenberg

1861 ... wird mit der Errichtung des Gerichtsamtes Schwarzenberg die Herrschaft der Gutsbesitzer von Sachsenfeld über Beierfeld beendet.

1862 ... wird der "Allgemeine Deutsche Turnverein" zu Grünhain gegründet.

im 19. Jahrhundert ... entstehen besonders in Beierfeld zahlreiche Hausklempnereien zur Herstellung von Blechwaren. Das Brauereigewerbe und die Torfgewinnung hat in Grünhain Bedeutung.

1872 ... erfolgt die Gründung der Freiwillligen Feuerwehr Grünhain.

1874 ... erfolgt die endgültige Auflösung des Amtes Grünhain durch die Abschaffung des Amtsgerichtes und Zuordnung zum Amtsgericht Schwarzenberg. In Beierfeld wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1876
... wird der Turnverein "Gut Heil" Beierfeld gegründet.

1881 ... erfolgt die Weihe des König-Albert-Turmes auf dem Spiegelwald (abgebrochen 1967).

1892 - 1893 ... wird in Beierfeld eine der ersten zentralen Druckwasserleitungen im Erzgebirge errichtet.

1893 ... setzt die Umstellung der Produktion von kleinen Handwerksbetrieben zu größeren Fabriken ein. Die Metallwarenfabrik "Albert Frank" aus München investiert in Beierfeld.

1895 ... errichtet die Aktiengesellschaft Bing aus Nürnberg in Grünhain eine Fabrik zur Produktion von Emaillewaren.

1896 ... erhält die Stadt Grünhain ein neues Rathaus. Das alte Rathaus war 1858 verkauft worden.

1897 - 1898
... erfolgt der Bau der Auer Straße und der Bau eines Kurheimes in Grünhain (heute Mutter-Kind-Kurheim der AWO).

1900 ... wird die Bahnlinie Zwönitz - Scheibenberg mit den Haltestellen Beierfeld und Grünhain eröffnet (1947 demontiert).

1902 ... erfolgt die Gründung der Firma "Hermann Nier Feuerhandwerk" als Spezialfabrik für Sturmlaternen.

1905 ... werden die "Nirona-Werke Nier & Ehmer" gegründet.

1912 ... erfolgt die Weihe des heute noch bestehenden Schulgebäudes in Beierfeld an der Pestalozzistraße 1 (heute Mittelschule).

1913 ... wird das Rathaus Beierfeld in dem bereits 1900 erbauten ehemaligen Schulgebäude eingerichtet.

1914 ... kommen die zwei gekreuzten Löffel und der Treibhammer als Symbole der Löffelmacherei in das Beierfelder Ortswappen.

1914 - 1918 ... fallen über 250 Bürger der heutigen Stadt Grünhain-Beierfeld im 1. Weltkrieg.

1916 ... wird das neue Schulhaus in Grünhain (heute Grundschule) fertiggestellt.

1920 ... wird die erste Omnibuslinie Schwarzenberg-Beierfeld-Grünhain in Betrieb genommen. Sie ist zunächst der Post unterstellt.

1929 ... erfolgt der Bau eines Genesungsheimes in Grünhain an der Elterleiner Straße (heute Naturheilklinik Eubios). Während der Weltwirtschaftskrise gehen viele Firmen in Konkurs, so auch die Bing-Werke-AG in Grünhain. Aus der Konkursmasse erwirbt die Firma Petzold AG Prag - Wien das Werk.

1936 ... wird Ernst Nier aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenbürger der Gemeinde Beierfeld ernannt

1938 ... werden in der Reichspogromnacht - die Einrichtungen der Firma Ludwig Hutzler stark beschädigt

1939 - 1945 ... fallen während des 2. Weltkrieges über 460 Einwohner der heutigen Stadt Grünhain-Beierfeld.

1945 ... bilden sich im Mai in der unbesetzten Zone, so auch in Grünhain und Beierfeld antifaschistische Aktionsausschüsse. Deren Auflösung erfolgt nach dem Einmarsch der "Roten Armee" im Juni.

1948 ... werden die Unternehmen "Hermann Nier Feuerhandwerk", "Nirona-Werke Nier & Ehmer"und C.T. Petzold AG in Volkseigentum überführt. Aus den beiden Beierfelder Betrieben entsteht 1952 der VEB Sturmlaternenwerk.

1951 ... erfolgt die Gründung des VEB Elektromotorenwerk Grünhain (vormals C.T. Petzold AG). Durch den Bergbau der Wismut AG verdoppeln sich die Einwohnerzahlen von Beierfeld und Grünhain.

1954 ... errichtet die Gemeinde Waschleithe eine Kapelle mit Totenhalle und integriertem Kirchenraum.

1957 ... wird der VEB Meßgerätewerk (ehemals Frankonia AG) gegründet. Er entwickelt sich in der DDR zu einem bedeutenden Zentrum der Fahrzeugelektronik.

1958 ... feiert Beierfeld sein 750-jähriges Bestehen.

1961 ... wird das Oswaldtal in Waschleithe zum Naherholungsgebiet erklärt. Anstelle eines Glockenturmes entsteht neben der Waschleither Kapelle ein Zwiesel.

1964 ... erringt der Beierfelder Thomas Köhler in Innsbruck olympisches Gold im Rennrodeln.

1968 ... finden Feierlichkeiten zur Verleihung des Stadtrechtes vor 700 Jahren in Grünhain statt.

1976 ... wird der Gemeindeverband Grünhain-Beierfeld-Waschleithe mit ca. 9000 Einwohnern gebildet.

1977 ... werden die ersten Klosterfestspiele in Grünhain durchgeführt.

1989 ... zerfällt das sozialistische Weltsystem.

1990 ... werden freie und demokratische Wahlen durchgeführt. Es entstehen neue Verwaltungsstrukturen. Eine Städtepartnerschaft zwischen Beierfeld und der fränkischen Stadt Scheinfeld wird vereinbart.

Seit 1991 ... erfolgt der Aufbau von Gewerbegebieten, die komplexe Instandsetzung des Straßennetzes und der Bau von Wohnparks in Grünhain, Beierfeld und Waschleithe.

1995 ... schließt Grünhain eine Städtepartnerschaft mit der holländischen Stadt De Lier. In Beierfeld wird das erste Löffelmacherfest gefeiert.

1998 ... entsteht am 1. April eine Verwaltungsgemeinschaft, bestehend aus der Stadt Grünhain und den beiden Gemeinden Beierfeld und Waschleithe. Dabei wird Beierfeld erfüllende Gemeinde. Die Stadt Grünhain unterzeichnet eine Städtepartnerschaft mit der tschechischen Klosterstadt Osek.

1999 ... erfolgt die Eingliederung der Gemeinde Waschleithe in die Gemeinde Beierfeld. Der gegründete Tourismuszweckverband, der aus den drei Anliegergemeinden Bernsbach, Beierfeld und Grünhain besteht, baut den "Spiegelwaldturm"“ wieder auf und gibt ihm seinen alten Namen "König-Albert-Turm" wieder.

2005 ... wird die Stadt Grünhain in die Gemeinde Beierfeld eingegliedert. Beierfeld ist Rechtsnachfolger von Grünhain. Das neue Gemeinwesen erhält die Bezeichnung "Grünhain-Beierfeld" und übernimmt das Stadtrecht von Grünhain.

2008 ... feiert die Stadt Grünhain-Beierfeld das 800-jährige Bestehen des Stadtteils Beierfeld.

2010 ... feiert der Stadtteil Waschleithe sein 550-jähriges Ortsjubiläum.

 
Gefördert durch: die Europäische Union und den Freistaat Sachsen.